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Das Projekt „Lust auf Vielfalt – das Netzwerk der Arche-Region Flusslandschaft Elbe stärken“ wird gefördert durch:

Natur und Mensch ...miteinander!

Nach der Klimaerwärmung, beginnend vor etwa 10-14.000 Jahren, war das Urstromtal der Elbe eine kilometerbreite Niederung, durchzogen von Wasserläufen und Altarmen. Sandbänke und Uferwälle bildeten trockene Landflächen zwischen dem fließenden Wasser. Der Strom verteilte sich über viele flache Wasserläufe, so dass die frühe Elbe leicht passierbar war und keine unüberwindbare Barriere für Mensch und Tiere bedeutete.

Die Landschaft veränderte sich: Aus der Kältesteppe entstand eine Waldlandschaft. Wildtiere wie Elche, Rentiere und Hirsche wanderten ein, gefolgt von Menschen, die auf der Jagd nach ihnen waren. Am Höhbeck an der Elbe und an der Flussniederung der Ur-Jeetzel bei Weitsche wurden Lagerplätze dieser frühen Jäger, Fischer und Sammler entdeckt. Unsere Vorfahren wussten, wo die richtigen Pflanzen wuchsen und erlegbare Tiere weideten und so folgten sie großen Herden und nahmen lange Wanderungen auf sich.

Grafik: Gisela Goppel

                                                                                                                                       Grafik: Gisela Goppel

Mit weitreichenden Folgen änderte sich diese Strategie vor etwa 10.000 Jahren. Wilde Pflanzen wurden kultiviert und durch eine Auswahlzucht im Ertrag verbessert, wilde Tiere in Siedlungsnähe gehalten, durch Auswahl und Zucht gezähmt und in ihren vielseitigen Eigenschaften entwickelt. Wie die Menschen in der Bronzezeit vor etwa 3.000 Jahren lebten, wird fundiert und liebevoll im Archäologischen Zentrum Hitzacker vermittelt.

...der Wolf kehrt zurück. Ein Präparat steht in unserer Ausstellung (Foto: Holger Belz)Nach einem großen zeitlichen Sprung in die Gegenwart sehen wir, begründet durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und Digitalisierung im 20. Jahrhundert, eine zunehmende Entfremdung des Menschen von der Natur und von wildlebenden Tieren. Menschen sehen sich oftmals sogar nicht mehr als Teil der Natur. Wilde Tiere werden mitunter mit wertenden Eigenschaften wie "böse", "schädlich" oder "gefräßig" versehen. Ob es der Biber ist, der Bäume annagt, bis sie fallen und durch seine Dammbauten große landwirtschaftliche Flächen unter Wasser setzen kann. Oder Graugänse, die in Gerstenkeimlingen auf dem Acker eine willkommene Sättigungsbeilage sehen. Oder der Wolf, der bei seinen Beutetieren nicht unterscheidet, ob sie in der freien Landschaft oder (wenn nicht ausreichend geschützt) auf einer Weide leben. Das menschliche Denken und Wirtschaften und das natürliche Leben eines Wildtieres folgen mitunter unterschiedlichen Zielsetzungen. Es kommt unweigerlich zu Konflikten.

 

In unserer Ausstellung greifen wir einige dieser Beispiele auf und zeigen Lösungsansätze, wie ein Zusammenleben von Mensch und Wildtier konfliktärmer möglich ist.